Alekos verbleibt als Patenhund in Waltrop

Steckbrief
Geschlecht Rüde
Rasse Mischling
Kastration ja
Impfungen ja
Alter Januar 2005
Größe

Vor einigen Jahren wurde ein kleiner Hundejunge geboren, der mit Sicherheit viele Menschen entzückt und ihnen freudige Laute entlockt hätte. Ganz bestimmt hätten auch einige Menschen sehr viel Geld für ihn bezahlt, wäre er doch nur bei einem Züchter zur Welt gekommen.
Doch dieser kleine Hundejunge hatte nicht so viel Glück… er kam auf der Straße zur Welt. In einem Land, in dem Tiere nichts wert sind, in dem sie gejagt und verscheucht werden, in dem sie vergiftet werden, in dem sie oftmals gequält werden, in dem sie ungewollt; ungeliebt sind und in dem sich kaum jemand um sie kümmert.
Wie lange dieser kleine Hundejunge das Glück hatte bei seiner Mama zu bleiben, oder ob sie überfahren oder vielleicht vergiftet wurde oder ob er Geschwister hatte, das weiß niemand so genau.
Doch eines wissen wir, irgendwann dufte er bei Zigeunern bleiben… als Spielzeug für die Kinder. Da es sich „nur“ um einen Hund handelte, war sein Leben dort nicht einfach. Die Kinder quälten ihn mit ihren „Spielen“. Viele viele Blessuren trug er davon, doch der inzwischen größer gewordene Hundejunge nahm es hin. Es war seine Familie und er liebte sie.  Wenn auch nicht viel, aber er bekam Futter… und auch dafür liebte er seine Familie.
Niemals wäre es dem Hundejunge in den Sinn gekommen sich zur Wehr zu setzen. Dafür hat er einen viel zu sanften Charakter.
Doch eines Tages erkannte eine Tierschützerin sein Leid und verhandelte mit den Zigeunern, so dass er mit in ihr Tierheim gehen konnte. Er bekam den Namen Alekos und da war er nun. Endlich hatte er eine Chance bekommen eine liebevolle Familie zu finden… jedoch interessierte sich niemand für den hübschen Kerl. Und so gerne hätte Alekos seine eigene Familie gehabt! Denn egal was auch immer ihm passierte, er liebte uns Menschen noch immer!
Da er ein junger und gesunder Hund war, eignete er sich hervorragend als Blutspender. Und so rettete er vielen vielen in Not geratenen Hunden das Leben. Etliche Menschen fanden das natürlich prima, jedoch interessierte sich weiterhin niemand für ihn. Doch Alekos blieb unermüdlich und liebte uns Menschen weiterhin.
Bei einer Routineuntersuchung stellte man fest, dass Alekos von einer Sandmücke gestochen wurde und an Leishmaniose erkrankt war. Ab sofort sank seine Chance auf eine eigene Familie drastisch, doch Alekos wußte von alledem nichts.
3,5 Jahre später, da erkannte Alekos allmählich das sich seine Träume nicht erfüllen würden und wurde immer ruhiger. Sein „Feuer“ im Blut erlosch langsam… er sprang nicht mehr sofort freudig auf wenn er in seinem Gehege besucht wurde, er blieb still liegen und wartete ab. Er wollte nicht mehr so recht spielen, auch hier blieb er still liegen und wartete ab.
Alekos Träume sollten nicht unerfüllt bleiben! Und so kam er nach etwas über vier Jahren im griechischen Tierheim nach Deutschland auf eine Pflegestelle.
Das er wegen seiner Leishmaniose nicht so schnell ein eigenes Zuhause finden würden, das war völlig klar. Aber das er eins finden würde, da war ich mir ganz sicher. Also stieg im am Karfreitag 2010 in ein Flugzeug und kam mit Alekos am Ostersamstag wieder in Deutschland an. Angekommen bin ich damals mit einem dicken pelzigen Alekos, der keine Wohnung, keine Leine, kein Geschirr und auch sonst nichts von seinem kommenden Alltag wußte.
Die erste „Hürde“ nahmen wir bereits am Flughafen. An ein Aussteigen aus seiner sicheren Box war nicht zu denken. So musste die Box auseinander gebaut und Alekos ins Auto gehoben werden. Zuhause angekommen machte er Bekanntschaft mit meinen zwei vorhandenen Rüden, vor denen er sich zuerst fürchtete. Schnell bemerkte Alekos das die beiden Rüden ihm nichts taten uns so schlossen die drei Herren Freundschaft.
Alekos gewöhnte sich schnell an sein neues Umfeld und entspannte von Tag zu Tag mehr. Die ersten Wochen verliefen reibungslos und wie im Flug… jedoch kam dann sein Herdenschutzanteil zum Vorschein, womit ich den ersten Interessenten absagen musste. Es war eine sehr nette Familie, die allerdings 2-3x in der Woche ihr dreijähriges Enkelkind zu Besuch hatten. Das Risiko war viel zu hoch und ich hätte es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren können.
Ich nahm mir derweil eine sehr erfahrene Hundetrainerin, die nach dem animal Learn Prinzip arbeitet und sich mit Herdenschutzhunden auskennt.
Silvia Weber, unsere Trainerin, brachte mir viele wichtige Verhaltensweisen eines Herdenschutzmischlinges bei und wir trainierten insgesamt ein ¾ Jahr. In dieser Zeit lernte Silvia mir viele Dinge im alltäglichen Umgang, stand mir immer mit Rat und Tat zur Seite und hatte das nötige Einfühlungsvermögen bei Alekos. Das Resultat: Alekos ist nun das Engelchen, was ich schon immer in ihm gesehen und auch erlebt habe… nur ist es jetzt auch für alle anderen erkennbar. Schwierigkeiten mit Besuchern oder Spaziergängern auf unserem täglich genutzten Weg gehören der Vergangenheit an.
Auch kannte ich mich anfangs mit der Leishmaniose nicht „perfekt“ aus, aber im Laufe der Zeit wurde ich immer sicherer. In der Anfangszeit hatte ich sehr viel Unterstützung von Menschen die ebenfalls an LM erkrankte Hunde haben sowie von meiner Tierärztin. Das nicht die Leishmaniose mir schlaflose Nächte bereiten sollte, sondern sein allgemeines Gesundheitsbild, das ließ nur ein paar Wochen auf sich warten. Alekos erbrach immer wieder nachts, seine Blutwerte verschlechtern sich, seine Milz war geschwollen und er hatte eine Entzündung im Körper. Wir waren beinah Dauergast in der Arztpraxis.
In all dieser Zeit liebte ich ihn immer mehr und wir wuchsen noch fester zusammen. So kam es, dass ich Alekos immer mehr und noch genauer beobachtete. Dabei erkannte ich verstärkt, wie sehr er bei uns Zuhause war, was für ein Dreamteam er mit Giness & Jamie (meine vorhandenen Rüden) geworden war und wie wohl er sich fühlte. Seine Blutwerte hatten wir in den Griff bekommen, das Erbrechen war verschwunden und die Leishmaniose merkte man ihm nicht an. Er gehorchte immer besser, die meisten Dinge sind für ihn selbstverständlich geworden.
Alekos war nun der Hund, der seine Träume erfüllt sah. Er war komplett angekommen, fühlte sich sicher, wußte das er sich auf mich verlassen kann und genoß sein Leben.
Mir sowie auch Giness & Jamie ging es nicht besser. Alekos gehörte zu uns, war ein Teil unserer kleinen Familie! Wir konnten und wollten ihn nicht mehr missen! Mir wurde klar, dass kein Interessent mehr gut genug gewesen wäre, ich Alekos und uns unglücklich gemacht hätte.
Es folgte ein langes Gespräch mit Sabine Retzlaff, der Tochter meines Vermieters. Sabine und ich sprachen darüber, welchen „Gefallen“ man Alekos mit einer Vermittlung nach fast 9 Monaten bei uns täte?!? Ob es eine Familie gibt die ihn nimmt wie er ist und unser erlerntes konsequent weiter führt?!? Wir kamen zu dem Entschluß, dass Alekos sehr trauern würde und auch eine passende Familie zu finden an ein Wunder grenzt. In einem Punkt waren wir uns ganz sicher: Sollte Alekos vermittelt werden und zurück kommen, dann wäre er ein gebrochener Hund!
Und so entschied ich mich nach 9 Monaten Alekos als meinen Patenhund zu behalten und bereue es nicht eine Sekunde!
Als neueste Nachricht kann ich von seinem ausgezeichneten Blutergebnis berichten. Das große Blutbild ist 1a und die Leishmaniose ist derzeit nicht nachweisbar. Es wäre ein Trugschluß von einer geheilten Leishmaniose auszugehen, aber es zeigt sein starkes Immunsystem. Seine Hüfte ist leider geschädigt und er bekommt eine Physiotherapie. Den Rest wird uns die Zeit zeigen.

Neuigkeiten 17.05.11:
Für Alekos war es 5 Minuten vor 12!

Unserem Patenhund Alekos, der einen dauerhaften Pflegeplatz bei Anja Schubert gefunden hat, wurde am 16.05.2011 in einer Notoperation das Leben gerettet.
Seit einigen Tagen ging es Alekos nicht gut, immer wieder hat er erbrochen, wollte kein Futter zu sich nehmen und die Tierärzte vermuteten einen Magenvirus. Daraufhin wurde Alekos auch behandelt und es ging ihm ein wenig besser. Aber am 16.05.2011 erbrach Alekos erneut sehr heftig, er konnte sich kaum auf den Beinen halten, sah plötzlich richtig eingefallen und erschreckend schlecht aus und Anja fuhr sofort mit ihm in die Tierklinik. Dort wurde ein Ultraschall gemacht. Die Diagnose war niederschmetternd, Alekos hatte eine Milzdrehung. Eine Milzdrehung kommt bei Hunden nur sehr selten vor und nur Dank der schnellen Reaktion der Tierärzte, die dies erkannten und die binnen 5 Minuten mit der Operation begannen, konnte Alekos Leben gerettet werden, es war wirklich “ 5 Minuten vor 12“! Die Milz wurde entfernt und dann hieß es, bangen, zittern und abwarten, ob Alekos sich stabilisiert und die Nacht übersteht.
Der tapfere Alekos hat die Nacht Gott sei Dank überstanden, sein Kämpferherz hat nicht aufgegeben.
Heute durfte Anja ihren Patenhund wieder mit nach Hause nehmen. Nun wird er von ihr aufgepäppelt, gepflegt und gehegt. Sollten in den nächsten Tagen keine Komplikationen auftreten, so muss Alekos erst nächste Woche wieder beim Arzt vorgestellt werden.
Diese Notoperation war leider auch sehr teuer. Kosten von 850,00 € hat sie verschlungen.
Wenn sie Alekos unterstützen möchten, seinem Patenfrauchen ein wenig unter die Arme greifen wollen, dann würden sich das Team der Griechischen Pfötchen, das Patenfrauchen Anja Schubert und natürlich der Kämpfer Alekos sehr darüber freuen.

Alekos auf dem Weg der Genesung, 29.05.11:
Alekos hat sich von seiner Not OP gut erholt.

Die ersten Tage waren noch sehr kritisch, da er sehr viel Blut verloren hatte. Durch die Milzdrehung floß zwar Blut hinein, aber nicht wieder heraus oder weiter. In dieser Zeit schlief Alekos sehr viel, nahm täglich fünf kleine Mahlzeiten zu sich und ging zum Geschäfte erledigen kurz in den Garten.
Seit dem vergangenen Wochenende ist er wieder etwas mobiler und die ersten kleinen Schritte in den Wald waren möglich. Seitdem geht es jeden Tag ein bißchen besser und ich bin ganz sicher, dass er bald wieder ganz der Alte ist.

Ende dieser Woche waren wir zur Nachuntersuchung und Fäden ziehen beim Tierarzt. Unsere Tierärztin, Frau Dr. Natalie Thurek, war über den Heilungsprozeß sehr erfreut!
Wir können alle wieder aufatmen, alles verläuft sehr gut! Es wird noch paar Tage dauern, bis Alekos seinen Bluthaushalt vollständig aufgefüllt hat, bis das Zwicken im Bauch komplett aufhört. Aber seinen Body konnten wir jetzt nach 10 Tagen ablegen, worüber er am meisten freut.

Als Pflegefrauchen von Alekos kann ich Frau Dr. Thurek und ihrer Kollegin Frau Dr. Alexandra Götte-Wentzek gar nicht genug danken!
Ich möchte mich bei allen bedanken, die an uns dachten, uns die Daumen drückten, liebe Mails schickten oder anriefen, uns alles Gute und die besten Wünsche über das Gästebuch zukommen ließen oder spendeten!!
Ganz besonders möchte ich mich an dieser Stelle bei Wula Dertili bedanken!! Wula war von der ersten Sekunde an für uns da und sprach mir immer wieder Mut zu. Ich durfte mich zu jeder Tages- und Nachtzeit melden, sobald es Änderungen gab.

Alekos in Griechenland:
Alekos wurde im Januar 2005 geboren, hat eine Schulterhöhe von 63 cm und wird seit jeher als toller Hund mit gutem Charakter beschrieben. Er ist ein sehr freundlicher, sozialverträglicher Rüde, der für sein Leben gerne spielt und schmust.

Viele Jahre hat er als Blutspender anderen Hunden geholfen. So auch Anfang 2009, doch bei der obligatorischen Untersuchung seines Blutes wurde festgestellt: Alekos ist Leishmaniose positiv.
Möglicherweise wird die Erkrankung niemals bei ihm ausbrechen, aber das weiß niemand.
Aber eines ist sicher: Seine Chancen auf Vermittlung werden weiter sinken, da hilft auch kein noch so toller Charakter.
In einem Buch über Straßenhunde ist zu lesen: Es gibt einige Menschen, die die Ungerechtigkeit der Welt immer etwas mehr wurmt als andere. Diese versuchen auch mehr als andere, ein kleines Gewicht in die Waagschale zu werfen, damit der Ausschlag wieder ein wenig in Richtung Gerechtigkeit geht, und das unabhängig davon, ob sie für die Ungerechtigkeit verantwortlich sind oder nicht.
Für Alekos würde dieses kleine Gewicht einen großen Unterschied machen.

Für Alekos hat gespendet: Herr Walch

Für Alekos seine Not-OP haben gespendet:
Familie Hentrei mit Kara, Tanja Könies, Petra Sörensen, Bettina Schefter, Fellgesichter in Not e.V., Petra Schneider, Pia Gunselmann
Vielen lieben Dank!

Für Alekos seine Kreuzband OP gespendet haben: 
Silke Flögel, Tanja Könies, Andrea Herhold, Hille Prütz, Elfriede Lauser mit Ben (Benetton), anonymer Spender, Violas Freundin, Melanie Jakob, Regina Tsalas, Kai & Claudia Edeleler
Es sind durch die lieben Spender 1080€ / Stand 01.04.2014 zusammen gekommen. Vielen vielen Dank!!!

Für Alekos Behandlungen im April 2016 haben gespendet: Tanja Könies, Gabriele Höfner, Kai & Claudia Edeler, Silke Flögel, Pia Gunselmann, Christiane Viehl, Petra Z. mit Viola, Ingeborg Wilhelm, Annika Popowici & Marko Staudinger mit Travis (Silver) und Audrey (Vitamin K Tropfen für Alekos)
Es wurden bisher (Stand 20.04.2016) 345€ gespendet. Herzlichen Dank!